„Wertanrechnung möglich” steht heute auf jeder Räumungs-Webseite. Aber was bedeutet das wirklich? Wie viel ist Ihre alte Kommode wert? Welche Stücke aus Wiener Verlassenschaften haben echten Marktwert — und welche sind „nur alt”? Diese Anleitung kommt aus 11 Jahren Wiener Räumungs- und Antiquitäten-Erfahrung.

Was ist Wertanrechnung?

Definition: Bei einer Wohnungsauflösung oder Hausräumung bewertet der Räumungspartner verwertbare Möbel, Antiquitäten, Schmuck oder Sammlerstücke. Der ermittelte Wert wird vom Festpreis der Räumung abgezogen — Sie zahlen weniger oder gar nichts.

Beispiel: Festpreis-Angebot für Räumung Ihrer Wiener Verlassenschaftswohnung: € 2.400. Wertanrechnung für drei alte Kästen, Klavier und Münzsammlung: € 1.800. Sie zahlen € 600.

Bei wirklich wertvollem Inventar passiert es regelmäßig, dass die Räumung kostenneutral ist — oder Ihnen sogar Geld auszahlt.

Wer bewertet — und wie?

Seriöse Räumungspartner haben einen Wertgutachter im Team oder als Partner — meist ein:e ausgebildete:r Antiquitätenhändler:in mit jahrelanger Markterfahrung. Bei BKS arbeitet Robert F., 25 Jahre Wiener Antiquitätenhandel.

Die Bewertung läuft so:

  1. Vor-Ort-Besichtigung — Wertgutachter prüft sichtbare Stücke
  2. Stempelprüfung bei Möbeln und Porzellan (Echtheits-Kennzeichen)
  3. Marktpreis-Recherche (Auktionsergebnisse, Antiquitätenhändler-Preise)
  4. Schriftliches Angebot — Stück für Stück mit Wert kalkuliert
  5. Sie nehmen an, lehnen ab oder bitten um Gegenbewertung

Was ist in Wien wirklich wertvoll?

Aus 11 Jahren Wiener Räumungspraxis — die ehrliche Liste:

Hoch-wertvoll (4-stellig pro Stück)

  • Wiener Werkstätten-Möbel (Hoffmann, Wagner, Loos, Moser) mit Original-Stempel — € 2.000–15.000
  • Originale Wiener-Werkstätten-Lampen — € 800–4.000
  • Echte Bösendorfer- oder Steinway-Klaviere (geprüfter Zustand) — € 3.000–25.000
  • Original-Schiele-Drucke (limitierte Auflage) — € 1.200–8.000
  • Antiker Schmuck mit Goldgehalt 750 plus Edelsteine — Tagespreis Gold + Aufschlag

Mittel-wertvoll (€ 200–1.500)

  • Biedermeier-Möbel (1815–1848) in originalem Zustand
  • Thonet-Bugholzmöbel mit Stempel
  • Wiener Porzellan (Augarten) — vor allem alte Sets
  • Hochwertige alte Bücher (vor 1900, Erstausgaben)
  • Münzsammlungen mit Silber-Anteil
  • Briefmarkensammlungen mit Österreich-Sammlung vor 1945
  • Vintage-Designer-Stühle (Eames, Le Corbusier — selten echt)

Niedrig-wertvoll (€ 30–200)

  • Altholzmöbel (Bauernschrank, Kredenz)
  • Wiener Bürgermöbel ohne Designer-Bezug, in gutem Zustand
  • Werkzeug-Sammlungen (Festool, Hilti, alte deutsche Markenwaren)
  • Goldscheider-Keramik (häufig in Wiener Wohnungen)

Wertlos (was viele für wertvoll halten — leider nein)

  • „Alte Schränke” ohne Designer-Bezug — werden meist verschenkt oder entsorgt
  • Sammelteller (Hutschenreuther, Rosenthal aus 70/80er) — kein Sammlermarkt mehr
  • Sammeltassen generell
  • Wiener Bürgermöbel im schlechten Zustand (lockere Furniere, beschädigte Lackierung)
  • Massenproduzierte Möbel ab 1970 — IKEA, Skanö, Möbelix
  • Bücher ab 1950 (Ausnahme: Erstausgaben oder signierte Stücke)
  • Nicht-funktionsfähige Elektronik

Wo kommen die Wertanrechnungs-Stücke hin?

Wir verkaufen weiter — auf drei Wegen:

1. Wiener Antiquitätenhandel. 30+ Partner-Händler in 1010, 1040, 1060, 1070. Sie nehmen Stücke ab und zahlen direkt an uns.

2. Auktionshäuser. Dorotheum (für hochwertige Stücke ab € 1.500), Auktionshaus im Kinsky. Erlös fließt teilweise an Sie zurück (bei Wertanrechnung über € 5.000).

3. willhaben.at und Online-Auktionen. Mittelpreis-Stücke. Schneller Verkauf, geringerer Erlös als Auktion.

Häufige Fehler bei der Wertanrechnung

Fehler 1: Pre-Räumung selbst entsorgen. Sie entsorgen alte Sachen vor der Vor-Ort-Besichtigung — und werfen unwissentlich Wertanrechnung weg. Niemals selbst sortieren bevor der Wertgutachter da war.

Fehler 2: „Das ist nur Plunder.” Eltern unterschätzen oft den Wert eigener Möbel. Vor allem alte Schreibtische, Kommoden, Hutschachteln aus den 30/40er-Jahren — oft 4-stellige Werte unter Schicht-Staub.

Fehler 3: Räumungsfirma ohne Wertgutachter beauftragen. Billigster Anbieter ohne Wertgutachten ist oft teurer im Endpreis. Eine Räumung mit Wertanrechnung kann bei € 2.500 starten und bei € 800 enden.

Fehler 4: Mündliche Zusagen. „Wir geben Ihnen einen guten Preis dafür” — ohne EUR-Betrag im Angebot. Bestehen Sie auf einer schriftlichen Bewertung pro Stück, nicht eine pauschale.

Verlassenschaftswohnung mit Antiquitäten — der ideale Fall

Wir räumen häufig Verlassenschaften aus Wiener Innenbezirken — Josefstadt, Alsergrund, Wieden, Mariahilf, Währing. Diese Wohnungen sind oft seit 60–80 Jahren in einer Familie. Was wir dort regelmäßig finden:

  • Hochzeitskredenz aus 1925 (Wiener Werkstätten-Stil) — € 1.200–2.800
  • Original-Bösendorfer Klavier (1932) — € 4.500–8.000
  • Schmuckschatulle mit Gold-Schmuck — € 1.500–6.000
  • Münzsammlung (Schillinge, Kronen-Münzen) — € 800–3.500
  • Alte Briefmarkensammlung (Österreich vor 1918) — € 200–4.000

Realistisches Beispiel: 80 m² Verlassenschaftswohnung in 1080 Josefstadt. Festpreis-Räumung € 2.800. Wertanrechnung für die fünf oben genannten Stücke + diverse kleinere Stücke: € 1.950. Endpreis: € 850.

Solche Fälle sind nicht selten — wir haben sie regelmäßig.

Was bei nicht-wertvollem Inhalt?

Auch ohne Wertanrechnung gibt es Möglichkeiten, die Räumungskosten zu senken:

  • Vorsortierung selbst: Müll vom Verwertbaren trennen — spart 10–20 %
  • Spende an Wiener Sozialpartner: Caritas, Volkshilfe nehmen funktionsfähige Möbel — kein direkter Geldwert, aber Spendenbescheinigung fürs Finanzamt
  • Selbstverkauf vor Räumung über willhaben.at — bei wertvollen Einzelstücken sinnvoll

Möbelspende-Partner Wien — komplette Liste →


Kostenlose Wertbewertung anfragen → — Vor-Ort-Besichtigung mit Wertgutachter, schriftliche Bewertung pro Stück, ohne Verpflichtung.