„Stundensatz ab € 25” klingt verlockend — bis am Räumungstag aus „2–3 Stunden” plötzlich 8 werden, plus Sondermüll, plus Wochenendzuschlag, plus Container. Am Ende stehen Sie bei € 5.000 für eine kleine Wohnung. Diese Anleitung zeigt Ihnen, wie Sie das vermeiden.

Die echte Preistabelle (Wien, 2026)

Diese Werte gelten für Festpreis-Angebote nach Vor-Ort-Besichtigung, normaler Möbelbestand, ohne Sondermüll und ohne Sondermöbel:

GrößeKlein-FestpreisStandard-FestpreisSchwer-Festpreis
Bis 30 m² (Single, Garçonnière)€ 690 – 1.100€ 1.100 – 1.500€ 1.500 – 2.200
30–60 m² (1-Zimmer + Schlafraum)€ 990 – 1.500€ 1.500 – 2.400€ 2.400 – 3.500
60–90 m² (3 Zimmer)€ 1.500 – 2.500€ 2.500 – 3.800€ 3.800 – 5.500
90–150 m² (Familienwohnung, Haus)€ 2.500 – 4.000€ 4.000 – 6.500€ 6.500 – 9.500
Über 150 m² (Haus, Villa)ab € 4.000ab € 6.500ab € 9.500

„Klein” = leerstehend oder kaum Möbel · „Standard” = normaler Wohnungsbestand · „Schwer” = voll, Sperrmüll, Sondermüll, Messie-ähnlich

Warum Stundensatz fast immer teurer wird

Beispiel: Ein Anbieter sagt „€ 35/h pro Mann, schaffen wir an einem Tag mit 3 Mann”:

  • 3 Mann × 8h × € 35 = € 840

Klingt fair. Was nicht im Angebot steht:

  • Container-Miete: € 250
  • Anfahrt: € 80
  • Sondermüll-Aufschlag: € 150
  • Wochenend-Zuschlag (+30%): € 252
  • „Hat länger gedauert” — 2 zusätzliche Stunden: € 210
  • Entsorgungsgebühr MA48: € 180

Echter Endpreis: € 1.962 — für eine Wohnung, bei der ein Festpreis-Anbieter zwischen € 1.500 und € 1.800 angeboten hätte.

Was reduziert den Preis?

Wertanrechnung: Verwertbare Möbel und Antiquitäten werden bewertet und vom Endpreis abgezogen. Realistisch sind 5–25% Ersparnis.

Vorsortierung: Wenn Sie Karton-Inhalt vorher selbst aussortieren (Müll vom Wertvollen trennen), spart das Stunden — und Geld.

Werktag statt Wochenende: Bei Anbietern mit Wochenend-Zuschlag (BKS hat keinen) macht das 20–30% aus.

Direkte Anfahrt: Wohnung erreichbar mit LKW (kein langer Tragweg) → 5–10% günstiger.

Was treibt den Preis hoch?

  • Stockwerk ohne Lift: Pro Stockwerk +€ 80–150 bei manchen Anbietern. BKS rechnet das ohne Aufschlag in den Festpreis ein.
  • Sondermüll: Farben, Lacke, Batterien, Leuchtstoffröhren erfordern eigene Entsorgung — pro Karton +€ 30–60.
  • Sperrmöbel: Klaviere, Tresore, Großgeräte — Spezialequipment notwendig.
  • Schimmel/Geruch: Schutzkleidung, Geruchsneutralisierung — bei Messie-Wohnungen Standard.
  • Kurzfristige Termine: Express in 24h ist meist möglich, kostet aber 10–20% mehr.

So vergleichen Sie Angebote richtig

  1. Immer schriftliches Angebot verlangen. Mündliche Aussagen sind nichts wert.
  2. Festpreis statt Stundensatz. Bei Stundensatz: explizite Obergrenze einfordern.
  3. „All-in”-Klausel prüfen: Sind Anfahrt, Container, Entsorgung, Sondermüll, Wochenende inkludiert?
  4. Wertanrechnung in EUR ausweisen lassen — nicht nur „wir geben Ihnen einen guten Preis dafür”.
  5. MA48-Entsorgungsnachweis verlangen — sonst landet Ihr Müll im illegalen Container und Sie sind als Auftraggeber haftbar.
  6. Versicherung checken. Mindestens € 1 Mio. Haftpflicht. (BKS hat 5 Mio. € Allianz.)

Wann lohnt sich teurer?

Nicht jedes Mal ist der billigste Anbieter der bessere. Bei Verlassenschaften, Messie-Wohnungen oder Brand-/Wasserschäden zahlt sich Erfahrung aus — und Diskretion lässt sich nicht in einer Stundensatz-Tabelle abbilden.

Bei kleinen Standard-Räumungen (Garçonnière, Keller) reicht oft ein günstigerer Anbieter, sofern er einen schriftlichen Festpreis liefert.


Festpreis-Angebot in 60 Sekunden anfordern → — kostenlose Vor-Ort-Besichtigung, schriftliches Angebot innerhalb 24h.